Dienstag, 22. Mai 2018

Tschüß Blogger - Abschied mit Schildkröten

4 Kinder
3 Nähmaschinen
1 Ehemann
1 Garten
1 Job
1 Haushalt
keine Zeit.

So fühle ich mich in letzter Zeit sehr oft. Zeit ist so wertvoll und es läuft in unserer heutigen Welt meinem Gefühl nach alles immer viel zu schnell, zu hektisch, Input von jeder Seite, übervoller Terminkalender.... So oft fühle ich mich gehetzt und habe tausend Dinge im Kopf, die ich noch nicht erledigt habe.
So sehr ich mich bemühe, mich verschiedensten Streßverursachern nicht unterzuordnen, so sehr ist mir doch auch gleichzeitig bewusst, dass man einigen Dingen nunmal einfach nicht aus dem Weg gehen kann. Aber manche kann man doch frei entscheiden.

Und so entscheide ich mich jetzt aufgrund der neuen Datenschutzverordnung, meinen Blog am Ende der Woche vom Netz zu nehmen. Viel zu spät habe ich mich in den letzten Tagen ein kleines bisschen eingelesen, in diese Thematik und festgestellt, dass es mir - für die Tatsache, dass ich hier nichts verkaufe sondern nur ein kleines bisschen mein privates Hobby mit anderen geteilt habe, deutlich zu viel Aufwand ist, mich schlau zu machen. Ich bin in letzter Zeit ohnehin nicht sehr aktiv, kommentiere wenig und bekomme auch nicht wahnsinnig viele Kommentare.
Meine Bloggestaltung gefällt mir schon lange nicht mehr richtig, aber ich finde keine Zeit, den Blog anders zu gestalten.
Es gibt ganz wunderschöne Blogs mit tollsten Bildern, übersichtlich, schön zu lesen.... beneidenswert. WANN diese Blogs entstehen, ist mir nicht ganz klar, vielleicht mitten in der Nacht? Vielleicht aber auch einfach viel schneller, als bei mir, weil mir da technische Versiertheit und Durchblick fehlt.
Jedenfalls - bisher war ich der Meinung, es ist alles chic, wie es ist, zwar nicht so wahnsinnig toll und perfekt, wie bei anderen, aber eben einfach nur dazu da, um anderen ein bisschen zu zeigen, was ich nähe.  Kommentieren ist dabei ja keine Pflicht, wer das nicht tun will, auf meinem Blog, der muss das ja auch nicht.
Wenn ich mich dazu jetzt allerdings mit dem ganzen Bollwerk der neuen Datenschutzverordnung auseinandersetzen muss, um nichts falsch zu machen oder mich am Ende sogar strafbar zu machen, dann ist mir das ganz ehrlich einfach ein viel zu großer zeitlicher Aufwand und geht weit über das hinaus, was ich eigentlich machen wollte. Und somit geht für mich diese Zeit einfach - zumindest vorerst - zu Ende. Sollte sich irgendwie herausstellen, dass das für nicht kommerzielle kleine Blogs ganz anders und viel einfacher ist, dann schalte mich mich vielleicht wieder on. Vorerst sage ich aber erstmal Tschüss.
Ein klein bisschen traurig. Vielleicht aber sogar auch ein klein bisschen erleichtert. Manchmal habe ich mir nämlich doch Druck gemacht. Unbewusst oder so. Ich "muss" mal wieder an irgendeiner Linkparty teilnehmen, damit mein Blog nicht ganz untergeht. Ich "muss" endlich mal die ganzen Kindersachen fotografieren, die ich letztes Jahr genäht habe, bevor sie nicht mehr passen.

Nein, muss ich nicht. Ich muss viel öfter mit meinen Kindern auf den Spielplatz gehen. Die Beine auf die Bank legen und die Nase in die Sonne halten (auch gut gegen den Vitamin-D-Mangel ;)) und ganz begeistert dabei zusehen, wie mein Jüngster schon völlig sicher über den höchsten Kletterturm turnt.

Aber ganz ohne Fotos will ich auch nicht gehen. Deshalb zeige ich Euch heute noch das Schildkrötenkleid der kleinen Hexe. Hat sie zur Hochzeit meines Vaters bekommen. Der Schnitt ist die Basic Tunika 31 von Lillesol, Gr. 128 - da wächst sie noch ein bisschen rein. Schnell genäht, auch aus Webware. Den Schildkrötenstoff hatte ich schon seit Ewigkeiten im Schrank und ich finde ihn so toll - ein Mädchenkleid ganz nach meinem Geschmack. Ohne rosaglitzer und so. Und der Madame gefällt es auch.


Tschüß, machts gut!


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Donnerstag, 3. Mai 2018

Rums # 18/18 arbeitstaugliches Ringelbasic

Heute morgen wollte ich eigentlich die Heizung ganz abschalten, aber irgendwie ist es nochmal echt frisch geworden. Bäh! Naja. Ich sehe es positive, da kann ich mir also erstmal nochmal was Langärmeliges aus dem Schrank holen und habe ein bißchen Zeit gewonnen. Ich muss mir nämlich oberdringend mehr Shirts für die Arbeit nähen. Ich habe kürzlich festgestellt:, Es befindet sich genau noch EIN schöneres T-Shirt im Schrank, das ist irgendwie nicht so ganz ausreichend. ;)

Ein Anfang ist aber zumindest gemacht. Ich hatte noch einen Rest dieses wunderschönen Ringelstoffs, der genau für ein Everyday Scoop Neck aus der Ottobre 5/11 mit halblangen Ärmeln gereicht hat. Superschnell genäht, den Saum habe ich nämlich einfach gar nicht umgenäht, der soll mal schön rollen, wie er mag, finde ich.

Schon jetzt ein Lieblingsshirt. Raglanschnitte gehen für ich irgendwie fast immer. Da kommen sicher noch mehr, in nächster Zeit. Jetzt aber erstmal ab damit zur heutigen Rums-Runde.



Dienstag, 24. April 2018

Herzenssache

Hier ist er. Mein erster Quilt.
Und dieser ist so eine richtige Herzensangelegenheit.

Seit Ewigkeiten wollte ich schon mit Patchwork anfangen. Eigentlich hätte ich schon letztes Jahr gerne bei 6Köpfe12Blöcke mitgemacht. Aber irgendwie war da eine große Hürde. Zu viel Respekt, zu wenig Zeit, zu wenig Mut..... irgendwas hat mich immer gehindert.
Dabei bin ich gar nicht so schlecht ausgestattet. Ich habe einige tolle Bücher geschenkt bekommen, noch 2 weitere selbst gekauft und mich schlau gemacht. Ein Inch-Lineal, und ein Patchwork-Nähfuß für meine Bernina sind auch schon längst bei mir eingezogen.

Als ich dann im Januar die Herzensreihe von  Gesine gesehen habe, hatte ich sofort eine Idee im Kopf und dann einfach keine Ausrede mehr - ich musste einfach loslegen.
Herzen sind doch einfach perfekt für einen Hochzeitsquilt, oder? Und eine Hochzeit gab es letztes Wochenende, in meiner Familie. Meine Papa und seine Freundin haben sich bei tollstem Sommerwetter das Ja-Wort gegeben.
Die Idee, ihnen einen Quilt zur Hochzeit zu schenken, hatte ich wie gesagt, gleich als ich die Herzensreihe gesehen habe. Tatsächlich angefangen habe ich aus vielerlei Gründen aber erst vor 4 Wochen.
Ziemlich verrückt, oder? Meine erste Patchworkdecke und dann so unter Zeitdruck.... ich wusste, dass das ganze mehr als ambitioniert ist. Seit kurzem arbeite ich wieder halbtags und jongliere sowieso ziemlich mit der Zeit, um meine Familie, den Haushalt, Elternabendende, Sport und was sonst noch so anfällt, unter einen Hut zu bringen. Und dann habe ich die irre Idee, in 4 Wochen eine große Decke zu quilten.
Aber man wächst an seinen Aufgaben.
Wieviel Kette kann man nähen? Solange die Stecknadeln reichen? Wenn man einfach keine benutzt, dann so ziemlich unendlich lange.... ;)
Das Nervigste an der ganzen Sache fand ich das Bügeln (ich habe mich auch noch für das AUSEINANDER-Bügeln entschieden und irgendwann gemerkt, dass auf eine Seite bügeln deutlich schneller gegangen wäre. Nun ja. )
Ich habe also aus Zeitgründen weder gesteckt, noch die Quiltlinien am Ende vorgezeichnet (ich habe mich an die Anleitung von Nadra gehalten, dabei aber nur die Diagonale Linie durch die Mitte aufgezeichnet und alle anderen Linien einfach mutig drauflos genäht, und mich dabei mit dem Abstandhalter meiner Bernina immer entlang der vorigen Linie orientiert. Ein echter Quiltprofi rollt jetzt wahrscheinlich verzweifelt mit den Augen - den Abstandhalter habe ich dabei nämlich auch noch falsch rum montiert, weil ich sonst zu viel Stoff durch den Durchlass hätte quetschen müssen. Ging aber alles erstaunlich gut.
Ich habe insgesamt tatsächlich nur 3 Nähte aufgetrennt. Wenn man ganz genau hinschaut, sieht man natürlich die eine oder andere Unregelmäßigkeit. Aber das macht hoffentlich die Liebe, mit der die Decke entstanden ist, einfach wieder wett.
Ganz besonders schön finde ich, dass jedes Familienmitglied hier ein eigenes Herz beigesteuert hat. Bis auf den Jüngsten (der hat immerhin die Stoffe für sein Herz ausgesucht), hat auch jeder sein Herz selbst genäht. Wirklich ganz alleine. Sogar mein Mann. Ich bin wahnsinnig stolz. Ich stand nur dahinter und habe gesagt, was sie machen müssen. Die Familienherzen habe ich jeweils mit dem Anfangsbuchstaben der Namen bestickt, so dass sie auch später erkennbar sind.

Die Decke ist Anfang letzter Woche noch so rechtzeitig fertig geworden, dass ich sogar noch Zeit hatte, um ein Ringkissen zu nähen (das zeige ich aber ein anderes mal). Allerdings habe ich lange mit mir gekämpft, ob ich das Binding auf der Rückseite per Hand annähe und mich dann auch wieder aus Zeitgründen dagegen entschieden - knapp 8 m Umfang sind einfach echt viel.
Zugeschnitten habe ich übrigens alle (1273!) Teile an einem Wochenende. Ich habe meine Schneideplatte auf den Wohnzimmertisch geparkt und so gut wie nichts anderes gemacht. Mein Mann meinte irgendwann kopfschüttelnd: "Da kauft man ein riesengroßes Stück Stoff, schneidet alles klein und näht alles wieder zusammen  - das muss man nicht verstehen, oder?"
Als ich fast alle Teile zugeschnitten hatte, habe ich es dann auch noch geschafft, Rotwein über einen Stapel von orangen Vierecken zu kippen. Ganz toll! Vor allem, weil ich von dem Stoff nichts übrig hatte. Ich habe also mitten in der Nacht noch orange Stoffvierecke gewaschen. Zum Glück ist alles wieder rausgegangen und danach hatte ich dann keine größeren Unfälle mehr.

Gleich nach der 1. Herzensreihe habe ich mir übrigens eine Geradstichplatte geleistet - das kann ich nur empfehlen, das rettet eine ganze Menge Nerven!

Stoff habe ich am Anfang viel aus meiner Restekiste geholt und dann noch etwas dazubestellt. 

Tja. Die Decke ist übergeben. Und gut angekommen. Ich glaube, ich bin infiziert. Die nächsten Ideen habe ich zumindest im Kopf. Allerdings lasse ich mir dann wahrscheinlich etwas mehr Zeit. Bevor mein Mann am Ende die Scheidung einreicht und das Jugendamt wegen Kindervernachlässigung vor der Tür steht... ;)

Hier also mein Herzenssache.



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Donnerstag, 22. März 2018

Rums # 12/18 Schnittmix Kleid aus Faschingsstoff

Dieses Jahr hat sich einer der Jungs zu Fasching einen schwarzen Umhang gewünscht und ich habe zu diesem Zweck einen guten Meter relativ günstigen schwarzen Romanit-Jersey erworben. Dann gab es aber einen plötzlichen Meinungswechsel und es sollte doch lieber kein Umhang angezogen werden. Aha. Ok. Mir auch recht. Das neue Wunschoutfit war nämlich schon vorhanden.

Nur der Stoff war dann aber eben übrig und da dachte ich mir, ich probiere mal was aus. Ich habe vor einer Weile ein Kleid für meine Tochter genäht (das ich auch noch nicht gebloggt habe, wie noch so viele andere Dinge auch....) nach dem Schnittmuster "Sweatkleid Krissy". Mir gefällt die Ausschnittlösung so sehr gut und es fällt groß aus, also habe ich mir einfach mal die 164 ausgedruckt. Das Kleid finde ich im weiteren Verlauf aber zu weit geschnitten für mich, die Ärmel sind bei 164 zu kurz und die Armausschnitte zu eng. Also habe ich die Ausschnittlösung an das Kleidoberteil von Frau Fannie übertragen - da weiß ich ja, dass mir das super passt. Den Rücken habe ohne Teilungsnaht übernommen und dafür später 2 Abnäher eingenäht. Das Rockteil wollte ich etwas schwingender und habe es aus dem Buch "Näh Dir Dein Kleid" von Rosa P. in A-Linienform übernommen.
Rote Paspel hatte ich auch noch übrig, damit habe ich das schwarz dann noch ein bisschen aufgepeppt. Die Ärmelbündchen habe ich geschlitzt und auch noch mit Paspel abgesetzt.

Ich mag es richtig gerne und hatte es gleich schon auf einem Kongress an, ich bin fast traurig, dass der Stoff nicht so richtig hochwertig ist. Ich hoffe, es übersteht trotzdem ein paar Waschgänge....





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Donnerstag, 15. März 2018

Rums #11/18 Baker Street

Nähzeit ist hier gerade echt rar. So ein paar Dinge sind aber schon vor einer Weile entstanden und heute habe ich es endlich mal wieder geschafft, Fotos zu machen.

Längst begleitet mich nämlich meine Baker Street Bag täglich zur Arbeit und ich mag sie echt sehr. Ich wollte mir ja erst eine Messenger Bag nähen, war dann aber gar nicht mehr so überzeugt und dann hat mir Arlette die Seite von Sweat Sewness empfohlen. Vielen Dank nochmal, das war ein super Tipp! Die Baker Street hat mir sofort gefallen und war auch echt schnell genäht.

Den Taschenboden habe ich aus dem rose-goldenen Kunstleder genäht, das ich aus dem Alles-Für-Selbermacher Adventskalender noch hatte. Ich wusste die ganze Zeit nicht so recht, was ich damit machen sollte, gold ist einfach nicht so wirklich meins. Zu der Tasche passt es jetzt aber recht gut, finde ich!
Den Ankerstoff hatte ich noch im Regal liegen, der wollte schon ewig verarbeitet werden. Der graue Canvas war ebenfalls aus dem Adventskalender von den Selbermachern und hat jetzt gerade gut dazugepasst. Die Seitenteile habe ich mit Thermolan abgefüttert, für guten Stand, das Kunstleder gibt schon von sich aus genug Stabilität für den Boden.
Innen habe ich an jeder Seite kleine Fächer eingenäht, für Kruscht und Schlüssel usw. Außen habe ich noch eine Extratasche für mein Telefon aufgenäht - ich suche immer wie eine Irre nach dem blöden Ding, und es verliert sich immer irgendwie in unergründlichen Tiefen meiner Taschen - diese Außentasche hat sich da jetzt schon bei meiner Alles-drin bewährt. Funktioniert. Wenn man denn sein Telefon auch brav da reinsteckt... ;))

Passend zur Tasche hat der Stoff dann auch gerade noch so für ein neues Schlüsselband gereicht. Ich bin glücklich damit. UND ich bin immer noch überglücklich über meine Maschine, die einfach alles immer so ohne zu Murren näht, egal wieviele Schichten ich ihr unterjuble. Da ist schon echt genial. So, damit schaffe ich es heute endlich mal wieder zu Rums.