Donnerstag, 8. Dezember 2016

Rums # 49/16 Manchmal muss man mutig sein....

... und ich finde mich EXTREM mutig! ;)
Ich habe meinen monatelang gehüteten absoluten Obertraum-Lieblingsstoff vernäht und dazu ein für mich NEUES Schnittmuster ausprobiert. Eigentlich total doof, wenn das schief gegangen wäre und mir dann nicht gut gepasst hätte, dann wäre ich wahnsinnig enttäuscht gewesen, zumal man den Stoff nicht mehr bekommt.

Es IST aber nicht schief gegangen und somit kann ich Euch heute meinen neuen Lieblingspullover präsentieren. Meine Herzkönigin aus dem wunderschönen Natthimmel von Lillestoff.
Ich habe eine Gr. 38 genäht und total gebibbert, ob das dann auch wirklich passt, weil der Stoff ein leichter Sweatstoff ist und somit nicht so elastisch, wie Jersey. Ich wollte aber auch keinen Oversize-Look. Die Entscheidung war richtig. Es passt für mich alles, Länge, Weite, Sitz.... ich bin total zufrieden.



Ich habe mich für die Schalkragen-Variante entschieden und den Kragen mit Vlieseline verstärkt, damit er schön steht. Das Futter ist kuscheliger Teddy. Der Kragen ist beim Anziehen ganz leicht "widerspenstig", aber der Kopf passt am Ende durch und das zählt. Es stört im Moment auch kein Zopf mehr, beim Anziehen, der ist nämlich auch seit kurzem ab und ich bin gerade richtig glücklich, damit.




Die Taschen in der Seitennaht gefallen mir auch sehr und aus dünnem Jersey genäht, drücken sie sich auch wirklich nicht durch. 



Lange habe ich überlegt, ob ich die Paspel auf der Brust nähe, oder nicht, ich war mir total unsicher. Dann habe ich extra noch silbernes Paspelband bestellt und jetzt gefällt es mir sehr.



Die Ärmel habe ich etwas verlängert und die Bündchen mit Daumenloch genäht, nach der Anleitung von Farbenmix.



Zum ersten mal habe ich auch SnapPap verarbeitet und Ösen und Kordel damit aufgepeppt -  das ist echt easy. Das mache ich zukünftig sicher öfter!



Ich glaube, ich war noch nie so glücklich, mit einem selbstgenähtem Pullover, wie mit diesem hier. Und deshalb geht der jetzt zu Rums, aber sowas von!!!! :)



Liebste Grüße
Lilo




Dienstag, 29. November 2016

In der Weihnachtsbäckerei....

Von oben rechts im Uhrzeigersinn:
-Hafer-Orangengebäck (habe ich neu ausprobiert, mein Mann sagt, schmeckt wie Müsliriegel ;)
-Pinienkern-Marillen-Marzipanwürfel (ebenfalls neu ausprobiert, gehen so, sind den Aufwand nicht wert)
-Ausstecherl (die müssen immer sein)
-Buchweizen-Honig-Sesamhörnchen (die mag außer mir nur mein Ältester, die anderen finden sie furchtbar,  ich mag sie aber wirklich richtig gerne, auch wenn sie noch so ökig-gesund sind ;))
-Zimtsterne
-Schokoladenbrot (das hält sicher wieder nicht lange!)
-Zimtkarten mit Orangenglasur
in der Mitte: Vanillekipferl


Backen ist meine zweite Leidenschaft. Ich backe eigentlich fast täglich, weil ich mittlerweile unser gesamtes Brot selbst backe. Das ist für mich also schon Alltag. Kuchen gibt es meistens am Wochenende, das ist also auch schon nicht mehr so besonders.
Auf die Weihnachtszeit freue ich mich dann immer richtig. Plätzchenbacken ist MEIN Ding.
Ich musste sehr schmunzeln, als ein liebe Freundin kürzlich meinte, dass sie gebacken hätte und das ganz schön anstrengend fand und gar nicht verstehen kann, wie manche Leute so viele 8 oder mehr Sorten Plätzchen backen.

Ich backe dieses Jahr 13 Sorten. :) Ich mache mir da immer eine Liste und freue mich schon ewig vorher. Ich finde es überhaupt nicht anstrengend, sondern sehr entspannend. Gerne aufwändig mit Verziererei. Da kann ich mich dann verkünsteln. Ich habe das bestimmt von meiner Oma geerbt, die hat bis ins hohe Alter jedes Jahr an die 20 Sorten gebacken und dann auch immer viel verschenkt. Das mache ich auch gerne. Von meiner Oma habe ich auch einige Rezepte übernommen.

Wie Plätzchen sein müssen - da streiten sich sicher die Geister. Für mich müssen sie zart sein. Das heißt, möglichst dünn ausgerollter Teig. Kleine Formen. Ich kann es nicht leiden, wenn man in halbzentimeterdicke Balken beißt. Das hat für mich etwas liebloses und faules (geht ja schneller). Meine Kinder haben im übrigen fest gestellt, dass man ja viel mehr Sorten essen kann, wenn die Plätzchen nicht so groß sind. Schlau. ;)

Meine Kinder haben dieses Jahr die "Ausstecherl" (Butterplätzchen) zum ersten mal ganz alleine gebacken. Ich habe sie machen lassen und es lief super. Völlig ohne Streit. Ich finde, die Plätzchen sind perfekt geworden.
Als ich noch keine Kinder hatte, habe ich tatsächlich abgezählt, wie viele Plätzchen ich pro Form ausgestochen habe, damit es von jeder Form gleich waren. Verrückt, oder? ;) Meine Kinder hatten ihre Vorlieben, ich glaube, meine Tochter hat nur kleine Lämmchen ausgestochen.



 Weihnachtsbutterkekse

125 g Butter
125 g Zucker
2 Eier
eine Messerspitze Vanille
1 Teelöffel Backpulver
375 g Mehl

Verzierung:
1 Eigelb
bunte Zuckerstreußel

Backtemperatur: Ober+Unterhitze: 175 Grad  Umluft 160 Grad

Alle Teigzutaten schnell zu einem festen Mürbteig verkneten und diesen ca. 30 Minuten - 1 h kaltstellen.
Nun den Ofen vorheizen, den Teig auf Mehl in der gewünschten Dicke ausrollen, verschiedene Formen ausstecken, auf ein Blech mit Backpapier legen, mit verquirltem Ei bepinseln und mit den Zuckerstreußeln dekorieren.

Im vorgeheizten Ofen ca. 10-12 Minuten backen, bis zur gewünschten Bräunung.
In der Blechdose gut 4 Wochen haltbar.

Der Klassiker, der hier niemals fehlen darf, sind natürlich Vanillekipferl. 


 Hier habe ich das altbewährte Rezept meiner Oma für Euch.

Vanillekipferl

200 g Butter
125 g Zucker
1 Messerspitze Vanille
3 Eigelb
1 Teelöffel Backpulver
250 g Mehl
125 g gemahlene Mandeln

Puderzucker und 1-2 Messerspitzen Vanille

Backtemperatur: Ober+Unterhitze: 175-200 Grad  Umluft 170 - 180 Grad

Alle Teigzutaten schnell zu einem festen Mürbteig verkneten. Wenn gewünscht, 30-60 Minuten kalt stellen (ich mache das gar nicht).
Nun den Ofen vorheizen, aus dem Teig lange Rollen formen, ca 2 cm lange Stücke abschneiden und daraus kleine Hörnchen bilden. Ich mache sie wirklich ziemlich klein, der Teig geht ja auch noch auf.
Die Kipferl auf ein Blech mit Backpapier setzen und auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Ofen ca. 10 Minuten bis zur gewünschten Bräunung backen.

Den Puderzucker auf einem großen Teller mit der Vanille mischen und die noch heißen Kipferl vorsichtig darin wenden.

In der Blechdose gut 4 Wochen haltbar.

Guten Appetit. Nächste Woche geht es weiter!

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Donnerstag, 17. November 2016

Rums # 46/16 - 10 Minuten-Rümschen

Nähzeit ist hier im Moment mal wieder äußerst Mau. Der Jüngste macht die Abende zum Tag.
Heute Nachmittag hat er dann aber tatsächlich mal ein Nickerchen eingeschoben und nachdem ich 2 magendarmkranke Kinder im Hause hatte, habe ich die restliche Meute dann ganz unpädagogisch vor den DVD-Player gepackt.
Und die Gunst der Stunde genutzt, um in Ruhe die Bäder zu putzen. Und nebenbei ein 10-Minuten-Rümschen zu fabrizieren. Endlich. Das wollte ich schon seit Ewigkeiten machen!
Ein Chip-Täschchen (nach Anleitung von Kinderleicht & Schön für meinen 2. Autoschlüssel und einen neuen Schlüsselanhänger (nach Anleitung aus meinem Kopf;))



Ich sag' jetzt nicht, dass Ihr bald mehr sehen werdet, von diesem wunderschönen Schiff-Canvas von den Selbermachern. Der liegt hier nämlich schon LAAAANGE. Und wartet sehnsüchtig darauf, eine Tasche zu werden. Hach ja.... irgendwann schaff ich es! :)

Liebe Grüße
Lilo

Freitag, 11. November 2016

Glückliche Entscheidungen

Wie Ihr ja in meinem Profil lesen könnte, bin ich Biologin. Ich habe erst mit 25 mit dem Studium begonnen, weil ich ein wenig gebraucht habe, um meinen Weg zu finden. Das Studium dauert lange und obwohl ich mich sehr reingehängt habe und alles in der Regelstudienzeit abgeschlossen habe, war ich am Ende 32, als ich nach der Promotion meine erste richtige Stelle angetreten habe.

Und wie es so kommt, im Leben, hatte ich eine Woche nach Stellenantritt einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand.

Ich habe zwar nach der Geburt unseres 2. Sohnes noch einmal gearbeitet, aber unsere Familie ist weiter gewachsen und man muss ja nur 1 und 1 zusammenzählen, um festzustellen, dass ich natürlich heute, knapp 10 Jahre später, immer noch nicht wahnsinnig viel Berufserfahrung gesammelt habe.

Unser Jüngster ist jetzt ein gutes Jahr alt und ich dachte, ich muss jetzt wirklich schnell wieder arbeiten gehen.
Weil ich lange studiert habe.
Um den Anschluss nicht komplett zu verpassen.
Weil es erwartet wird.
usw, usw. usw....
Also habe ich alles organisiert, die großen im Hort untergebracht, einen Krippenplatz für den Jüngsten ergattert und Bewerbungen geschrieben.

Anfang dieser Woche ging es dann los, mit der Krippeneingewöhnung.
Der Kleine fand es da eigentlich ganz spannend.
Ich fand es auf einmal total doof. Und hatte nur noch Bauchweh.
Nein, SO hatte ich mir das für unser Kind einfach überhaupt nicht vorgestellt.
Ich bin 3 Tage mit dem Kleinen da hin und habe mich immer schlechter gefühlt, die restliche Familie angeraunzt und selber gar nicht mehr gewusst, was los ist. Dann hatte ich ein klärendes Gespräch mit meinem Mann und auch noch einige sehr hilfreiche Gespräche mit ein paar anderen lieben Menschen (danke Paula, danke Muddi, danke Luci....) und dann habe ich entschieden, dass ich noch 2 Jahre Zuhause bleiben werde.

Die beste Entscheidung der Woche.  Ich fühle mich befreit und glücklich. Und nichtmal der novembergraue Dauerregen kann mir heute was anhaben. Für mich heute also wirklich ein elementarer Grund zur Freude.

Damit der November den Kindern auch nicht zu viel anhaben kann, gab es was neues Warmes für den Kopf.

Eine Schlupfmütze von Klimperklein für den Jüngsten und eine Klimperklein Wendemütze für die Madame. Außerdem einen Halswärmer aus der Ottobre. Der ist echt frisurentauglich, weil er nicht über den Kopf gezogen wird, sondern geknöpft wird. Punkte und Sterne gehen einfach immer, finde ich. Gefüttert habe ich mit superkuscheligem Bio-Baumwoll-Teddystoff. Da habe ich gleich nochmal nachbestellt. Ich finde den so toll!

 

Übrigens habe ich meinen Flohmarkt aktuallisiert, guckt doch mal rein!

Ich wünsche ein schönes Wochenende, allerseits!

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Freutag


Donnerstag, 27. Oktober 2016

Rums # 43 / 16 Grau-grün-rot für alle!

Letzten Sonntag gab es bei uns ein großes Fest - wir haben unsere 4 Kinder taufen lassen. Alle auf einmal! Natürlich musste ich mir für diese Gelegenheit was zum Anziehen nähen, klar, oder?
Ich wollte kein so oberschickes Outfit, sondern irgendwas alltagtaugliches, was man danach auch noch anziehen kann. Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich das Buch "Näh Dir Dein Kleid" von RosaP geschenkt bekommen und das war jetzt DIE Gelegenheit. Und ich habe endlich mal wieder einen Rums!

Es ist ein Kleid mit klassischem Oberteil mit mittlerem Ausschnitt, klassischem Ärmel, Taillienpasse und A-LinienRock geworden, in Größe S. Die Modelle im Buch sind 1,68 groß - wie praktisch, genauso groß bin ich auch und ich musste überhaupt keine Veränderungen am Schnitt vornehmen. Die Nähte habe ich alle gecovert und es hat fehlerfrei geklappt. So langsam liebe ich meine Cover.  Ich habe es sogar geschafft, mit dieser Ausschnittvariante zu stillen! Man wächst mit seinen Aufgaben. ;)
Die Stoffe sind allesamt von Alles-für-Selbermacher.  Grauer Streicheljersey für den Hauptteil, grüner Romanit für die Ärmel und dunkelroter Romanit für Bündchen und Passe. Der Romanitjersey ist unglaublich schön und vernäht sich supertoll. Ich glaube, da brauche ich mehr davon!


Mein Outfit war also schnell ausgedacht. Und sogar auch ziemlich fix genäht. Aber was den Kindern anziehen? Ich wollte auch die Kinder nicht zu festlich anziehen, ich finde das so schade, wenn Kinder nur für einen Tag total aus dem Ei gepellt daher kommen und danach kann man dann die Sachen nicht mehr anziehen. Außerdem ist hier keines der Kinder der Typ chic-chic. Ich habe hier eher eine wilde Rasselbande.
Dann kam mir die Idee, einfach alle im Partnerlook einzukleiden. Normalerweise stehe ich da nicht unbedingt so drauf, aber für diesen Anlass fand ich es dann doch gut.

Also habe ich für unsere Madame auch ein Kleid genäht, ähnlich meinem Kleid. Der Schnitt ist selbst zusammengestückelt aus verschiedenen Teilen.
Für die großen Jungs gabs Raglanshirts von Lillesol. Für den Jüngsten gab es einen Pulli und eine Babyhose von Klimperklein.
Die Jungs haben am Sonntag schlichte schwarze Hosen dazu getragen und die Madame durfte eine richtige Seidenstrumpfhose wie Mama anziehen.




Nur mein Mann wollte nicht beim Partnerlook mitmachen. Dabei wäre ein Hemd in den Farben doch echt cool gewesen, oder? ;)

Liebe Grüße
Lilo

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Dienstag, 11. Oktober 2016

Manchmal kommt alles ganz anders

Als unser 4. Kind letztes Jahr im September so eigenwillig 5 Tage vor Termin am 1. Schultag seines großen Bruders zur Welt kam, waren wir ja erstmal ziemlich überrumpelt und sind leicht chaotisch in diesen besonderen Tag gestolpert.
Im Nachhinein war es dann aber natürlich für alle wunderschön und der Große sagt heute, dass sein 1. Schultag für ihn immer doppelt besonders in Erinnerung bleiben wird.

Das Geburtsdatum unseres Jüngsten entpuppte sich dann auch aus einem anderen Grund als sehr praktisch - elternzeittechnisch hätte er es nicht besser "machen" können.
Mein Mann wollte 2 Elternmonate nehmen und wir dachten uns: Wie toll, er nimmt auf jeden Fall den 12. Lebensmonat, dann ist der Kleine schon so groß, dass man wirklich was mit ihm anfangen kann und wir können außerdem als Familie zusammen einen tollen langen Urlaub machen.

Ganz früh haben wir uns schon unser Reiseziel ausgesucht und Unterkunft gebucht und einen Zwischenstopp für die Anreise ausgesucht. Eine Woche Normandie sollte es werden und danach zwei Wochen Bretagne.
Das ganze Jahr über haben wir uns auf diesen langen Familienurlaub gefreut, Unternehmungen geplant, eine große Dachbox für das Auto besorgt, den Fahrradständer auf der Hängerkupplung um ein Fahrrad erweitert, usw. usw.

Dann kam der August und mein Mann war noch ein Wochenende mit Freunden beim Segeln. Schon dort hatte er Rückenschmerzen, die leider immer heftiger wurden und die Diagnose des Arztes ein paar Tage später war äußerst unschön. Sein alter Bandscheibenvorfall war wieder "aufgeflammt" und das viel heftiger, als beim ersten mal vor vielen Jahren.
Er hat dann alles versucht, Schmerzmittel, Spritzen, Wärmesalbe, Notfallübungen, usw. Bis einen Tag vor unserer Abfahrt dachten wir, es würde dann schon gehen. Ich habe fast alles alleine gepackt, die Dachbox mit Hilfe eines netten Nachbarn auf das Auto gewuchtet, mich gegen die Mitnahme von Fahrrädern entschieden und am nächsten Morgen wollten wir losfahren.
Der nächste Morgen kam und mein Mann konnte sich fast nicht bewegen, vor Schmerzen. Nach langem hin- und her haben wir eingesehen, dass er so nicht fahren kann.

Jetzt stand ich da also, mit gepacktem Auto und völlig überdrehten Kindern. Die Kinder konnten so gar nicht damit umgehen, dass der Papa zwar Zuhause war, aber trotzdem nicht mit ihnen spielen konnte. Er sah doch gar nicht krank aus. Die Woche vor unserem Urlaub Zuhause war schon eine einzige Katastrophe, die Stimmung im Keller. So konnte es auch nicht weitergehen. Also habe ich beschossen, erstmal alleine mit den Kindern loszufahren. In der Hoffnung, mein Mann könnte dann vielleicht nach ein paar Tagen nachkommen.

Am Ende konnte mein Mann gar nicht nachkommen, da sich über einen langen Zeitraum keine Besserung einstellen wollte. Ich bin mit den Kindern alleine in die Normandie gefahren und eine Woche später alleine weiter in die Bretagne gereist. Auf dem Hinweg hat sich schonmal jedes Kind einmal im Auto übergeben. Guter Star, was? Konnte nur noch besser werden, oder? Ich war irgendwo zwischen Galgenhumor und Verzweiflung und hab mich immer wieder gefragt, ob ich eigentlich total irre bin, so weit alleine mit den Kindern zu fahren. Dann habe ich mir aber auch immer wieder gedacht, dass so viele andere Menschen gar keinen Urlaub machen können und dass ich mich vielleicht mal einfach nicht so anstellen sollte. Und irgendwie hat dann auch alles geklappt.

Ich habe viel gelernt, in diesem Urlaub.
Über mich und die Grenzen meiner Belastbarkeit und auch über meine Kinder.
Ich habe FAHRPRAXIS erlangt. ;) Da ich gleich zu Beginn der Sommerferien ja auch noch eine Woche mit den Kindern an der Nordsee war,  insgesamt schlappe 5000 km.
Ich kenne alle Kinderhörbücher in- und auswendig.
Ich hatte abends alleine sehr viel Zeit zum Nachdenken, in diesen 3 Wochen.
Über mich und unsere Familie und über unser Glück, als Familie.
In letzter Zeit gab es in unserer Familie viel zu viel Hektik, zu viel Streit, zu viel Geschrei. Ich bin dankbar, für diese Zeit des Nachdenkens. Wäre ich nicht alleine gefahren, hätte das so sicher nicht stattgefunden. Alles ist für irgendetwas gut....
Ich habe Demut gelernt, vor allen Alleinerziehenden auf dieser Welt.

Es war anstrengend. Ich glaube, ich fand Urlaub noch nie so anstrengend, wie dieses Jahr, obwohl ich die letzte Woche in der Bretagne noch Unterstützung von meinen Eltern und Schwiegereltern bekommen habe.
Unser Ältester musste vielleicht schon ein Tick mehr Verantwortung übernehmen, als 7-jährige das normalerweise tun. Aber er hat das mit Bravour gemeistert und ist daran gewachsen.

Und für die Kinder war es trotz allem schön. Sie konnten auf den Campingplätzen frei herumlaufen, Baden, im Sand spielen und trotz der ganzen schwierigen Situation einen schönen Sommerurlaub verbringen.
Und ich bin auch ein bisschen stolz darauf, dass es insgesamt eigentlich ganz gut gelaufen ist.
Im übrigen hatten wir fast 3 Wochen perfektes Wetter. Angeblich gibt es in der Bretagne ganz oft Wetterumschwünge und es kann auch mal stürmisch werden, mit kaltem Wind. Wir haben nichts davon bemerkt und so blieb das warme Strandoutfit aus kuscheligem Sommerfrottee für meine Tochter bis auf die Fotosession im Koffer.
Schade eigentlich, vielleicht kommt es ja nächstes Jahr irgendwo zum Einsatz, bevor es zu klein wird, ich finde unsere Madame nämlich oberniedlich, darin. Aber einer wartet hier ja auch noch auf abgelegte Klamotten und ich wette, dieses Outfit steht auch einem kleinen blonden Jungen.
Die Hose ist die Sommerhose von Klimperklein, das Oberteil ist der Kapuzenpulli Floris & Fleur aus dem Buch "Selbstgenähte Kleider für Mädchen und Jungen Band 3" von Catherine Derweerdt. Dieses Buch habe ich letztes Jahr von lieben Freunden zum Geburtstag bekommen und habe es jetzt endlich mal geschafft, etwas daraus zu nähen. Die Schnitte sind schlicht mit einfacher, präziser Nähanleitung und der Pulli sitzt schonmal gut.

Viel Text, heute.... dafür jetzt zum Ausgleich auch viele Bilder. 


Mittlerweile sind wir wieder fest im Alltag angekommen. Pünktlich zum Ende der Elternzeit ging es dann auch bei meinem Mann aufwärts. Er ist noch nicht 100% der Alte, aber er arbeitet wieder und die Dinge gehen ihren Lauf. Ich war noch nie so zufrieden, einfach Alltag zu haben, wie nach diesem Sommer.

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