Dienstag, 22. Dezember 2015

7

Mein lieber Ältester!

Seit einer knappen Woche bist Du 7 Jahre alt.
Dieses Jahr bist Du zum 3. mal großer Bruder geworden und Du bist schon richtig vernünftig und wenn es drauf ankommt, auch oft schon eine große Hilfe.
Du kannst ein bisschen lesen, im Fußballtor gefährliche Bälle halten, Deinen Geschwistern beim Anziehen helfen, Deinen jüngsten Bruder sehr behutsam herumtragen, mir den Tisch aufdecken, mit dem scharfen Messer Stöcke schnitzen, fast so gut mit dem Mountainbike durchs Gelände düsen, wie Dein Papa, alleine zu Hause bleiben, den Schulweg mittags alleine meistern und vieles mehr.
Am Wochenende darfst Du länger aufbleiben, als Deine Geschwister und wenn wir dann mit Dir alleine sind, können wir uns schon richtig toll unterhalten.
Du bist ja auch schon richtig groß - fast 1,30. :)
Du bist sehr schlau und weißt ganz viel und meistens sprudelt das alles nur so aus Dir heraus. Manchmal bist Du besserwisserisch und ein kleiner Herr Neunmalklug und manchmal ärgerst Du Deine Geschwister sehr. Manchmal bringst Du Schimpfwörter nach Hause, die wirklich kein Mensch hören will und findest Dich dabei supercool.
Du magst nicht mehr gerne geküsst werden, vor der Schule.
Auf Deinem Shirt hast Du Dir "bitte nur eine 7 und keinen kindischen Quatsch" gewünscht. Ein COOLEN Pulli wolltest Du und ich habe mir alle Mühe gegeben.
Nein, Du bist einfach nicht mehr klein. Die letzten 7 Jahre sind einfach wie im Flug vergangen. Wenn Du aber früh morgens, bevor alle anderen wach sind, zu mir ins Bett gekrabbelt kommst, Dich anschmiegst und gekrault werden willst, dann bist Du wieder ganz klein. Mein kleiner großer Junge. Bleib so, wie Du bist.
Ich liebe Dich sehr.



Raglanshirt von Kibadoo aus hellgrauem Ringel-Sweat. Eine Kapuze war ein Muss, die habe ich selbst dazugeschustert. Das Geburtstagsshirt geht zu Made4Boys und zu Creadienstag.

Liebe Grüße
Lilo

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Rums # 51/15 Tragehose

Was ist eine Tragehose, fragt Ihr Euch sicher? Eine Tragehose ist eine Hose, die man bequem findet, wenn man fast den ganzen Tag ein kleines Bündel fünfeinhalb Kilo Leben vor sich her schleppt.

Ich liebe die Tragezeit, ich liebe es, meinen kleinen Frosch immer bei mir zu haben. Manchmal würde ich ihn dennoch gerne ablegen. Manchmal - und meistens genau DANN, wenn ich zuerst Genanntes gerne täte, möchte ER sich allerdings Ü-B-E-R-H-A-U-P-T nicht ablegen lassen und die Empörung ist riesig, sollte ich es doch versuchen.

Also trage ich ihn eben so gut wie immer. Unbequem finde ich dann aber manchmal den Hosenbund mit Knopf und Reißverschluss und so.

Deshalb habe ich mir diese Woche eine bequeme Frida genäht. Aus leichtem Cord. Der Farbton ist so eine Mischung zwischen weinrot und lila, schwer zu beschreiben und auf dem Foto nicht ganz zu erkennen - ich finde ihn wunderschön. Dazu gestreifte Taschen und schwarzes Bündchen mit Kordel. Ging ganz fix.

Die Fotos hat mein großer Sohn gemacht, der gestern 7 geworden ist. Vor lauter Geburtstagsaufregung hat er so gut wie kein auch nur annähernd scharfes Foto hingebracht. Das erste geht ja gerade noch. Die anderen poste ich aber mit Absicht, ich finde sie irgendwie cool, so völlig unscharf! 





Einen schönen Rumstag, allerseits!
Liebe Grüße
Lilo


Freitag, 4. Dezember 2015

Freutag - Gaumenfreuden selfmade

Nicht nur heute, aber auch heute, freue ich mich über mein Brot. Ja, schlicht und einfach Brot. Mein Brot macht mich nun schon eine geraume Weile wirklich glücklich und deshalb wird es Zeit, das auch mal am Freutag kundzutun, finde ich! :)

Wir haben ja eine ganze Weile in der Schweiz gelebt und eines der Dinge, die ich dort am meisten vermisst habe, war gutes Brot. Der Schweizer selbst wird das nicht so ganz verstehen können und er möge sich da auch nicht auf den Schlips getreten fühlen. Klar gibt es da Brot und es schmeckt auch nicht schlecht. Aber Brot ist eben nicht gleich Brot und Deutschland ist ja bekanntlich das Brotland...

Als ich ein Kind war, gab es in unserer Nähe einen kleinen Bauernladen, da wurden morgens immer die 5-Pfund-Laibe in Regalen gestapelt. Bauernbrot, frisch mit kräftiger Kruste, innen saftig, außen leicht mehlig, duftend, noch warm... manchmal habe ich einfach reingebissen, wenn ich für meine Mama Brot kaufen sollte.

Im Juli 2013 sind wir also nach 4-jähriger Schweizzeit wieder nach Deutschland gezogen. Und ich habe mich auf Brot gefreut. Schnell kam dann die große Enttäuschung, als ich feststellen musste, dass es in unserer näheren Wohnumgebung einfach keinen guten Bäcker gibt. In unserer Stadt gibt es Bäckerketten und Discountbäcker. Brot mit dem papiergleichem Geschmack. Semmeln, die die aufgeblasene Luft verlieren, wenn man sie nur schief anschaut und von knusprig so weit entfernt sind, wie die Erde vom Mond.

Hä? Hat sich da irgendwas in meiner Erinnerung verzehrt, als wir in der Schweiz waren? Was ist den mit unserem Brot passiert?

Fakt ist wohl, dass es immer weniger Bäckereien gibt, die wirklich nach alter Handwerkskunst backen. Irgendwo auch verständlich. Wer steht schon gerne um 3 Uhr auf und verdient dabei nichtmal gut und beißt sich auch noch an der Discounter-Konkurrenz die Zähne aus?

Wir haben es eine Weile versucht, haben verschiedene Läden ausprobiert, aber irgendwie ist alles enttäuschend. Das Brot aus dem Bioladen ist ok, aber unglaublich teuer.

Was also tun? Genau. Selber backen. Und seit ich entdeckt habe, wie schnell so ein Brot auf einem Pizzastein gebacken ist, mache ich das jetzt fast täglich. In allen möglichen Variationen, eigentlich meistens völlig ohne Rezept: Ich kippe einfach nur nach Lust und Laune verschiedenste Mehlsorten, die mir gerade in die Finger kommen, in meine Schüssel.
Manchmal mit Nüssen, Kernen, Saaten, manchmal ohne. Manchmal mit Milch, manchmal mit Wasser.
Ich bin mittlerweile sogar stolze Besitzerin einer Tubber-Hefeteigschüssel. Hefe geht bei mir im Kühlschrank nie mehr aus, ebenso wenig Mehl im Regal.
 Und ich freue mich jeden Tag über mein Brot. Ich will eigentlich nichts anderes mehr. Das schöne ist, mittlerweile mögen auch unsere Kinder mein Brot viel lieber, als gekauftes Brot und neulich hat mal ein Schulfreund meines Großen gefragt, ob er ihm Brot mitbringen könnte, es wäre so lecker. Was will man mehr?













Einen schönen Freitag wünsche ich Euch!
Liebe Grüsse
Lilo